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VIDEO: Blind und taub in der Kulturzeit

Die Kulturzeit enttäuscht auch nach zwei Wochen Pause für den Studioumbau nicht. Eine derart krasse Ton-Bild-Schere wie in der Montagsfolge habe ich noch nie gesehen. Eine willkommene Möglichkeit, gleich auch das Gewäsch Hagen Rethers aus dem Scheibenwischer-Jahresrückblick einem Reality-Check zu unterziehen und meinen Anrufbeantworter mal wieder abzuhören:

[blip.tv ?posts_id=1073312&dest=-1]

PS (Werbung): Die ursprüngliche Aufnahme habe ich gratis mit „OnlineTVrecorder.com“ gemacht, der Qualitätsverlust liegt an youtube. Wenn auch Sie alle wichtigen deutschen TV-Sender gratis aufnehmen möchten, verwenden Sie bitte diesen Link, dann bekomme ich ein paar “Goodwill-Punkte”, mit denen das noch komfortabler geht.

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Humorkritik (mit Servicelinks)

Hilmar Klute rechnet in der SZ mit der politischen Humorsituation ab, dass es dem entnervten Gebührenhinterzieher eine Freude ist:

[…] Je unbeholfener die Satire, desto größer die Garderobe.
Eine derart abgewetzte Humorästhetik ist auch das schönste Indiz dafür, dass es sich das deutschen Kabarett heute wieder auf dem Spaß-Sofa der achtziger Jahre bequem gemacht hat – das war jene Zeit, als sich eine Legion von Komikern, Parodisten und Politclowns um die besten Kohl-Witze prügelte.
Damals bildete sich in der ARD-Sendung ‚Scheibenwischer‘ eine schon damals schwer erträgliche kabarettistische Konsensgesellschaft, die nie einen Zweifel daran ließ, dass die da oben korrupt und kriegslüstern sind, während die Scheibenwischer nur ihren messerscharfen Witz und ihre erschütternde Ohnmacht ins Feld führen können.
Auf diesem Ödfeld ist der Humor in Deutschland inzwischen – wir befinden uns schon lange im neuen Jahrtausend – also tatsächlich wieder gelandet. Und vermutlich schaut er neidisch auf die fruchtbaren Äcker, welche ihm andernorts bereitet werden. In Israel zum Beispiel, wo die jüdisch-amerikanische Komikerin Iris Bahr ihre große Entjungferungsreise durch Asien startet und auf die Frequentierung ihres durch schwaches Verkehrsaufkommen beleidigten ‚Gaza-Streifens‘ zählt.
Iris Bahrs ziemlich köstliches Buch ‚Moomlatz‘ (auf Deutsch bei Frederking & Thaler) ist auch hierzulande ein Verkaufsschlager, es möge also keiner sagen, wir Deutschen seien halt immer nicht so empfänglich für schwarzen, jüdischen Humor. Den großen amerikanischen und überaus jüdischen Komiker Larry David mit seiner Serie Curb Your Enthusiasm ordern Heerscharen unserer Landsleute auf DVD bei Amazon, was bleibt uns übrig. In England baute Sacha Baron Cohen den Leuten bequeme Brücken zum Antisemitismus, auf welche sie tumb tapsen und wo sie am Ende in ihrer ganzen Erbärmlichkeit zu besichtigen und zu belachen waren. Weiterlesen