Tagestipps (mit Aufnahmelinks)

TV macht schlau: Joachim Bublath, ZDF 22:15 Uhr – 22-45 Uhr (Hier gratis aufzeichnen)

Die Sendung mit Moderator Joachim Bublath untersucht Risiken und Möglichkeiten der Genmedizin.

Wenn mit Hilfe der Gentechnik die Heilung von Krankheiten versprochen wird, folgen meist erregte Diskussion. Joachim Bublath zeigt auf, wie die Gesellschaft auf die angekündigten medizinischen Wunder reagiert und wie in Deutschland die Forschung an embryonalen Stammzellen beurteilt wird. Die Erwartungen hinsichtlich der neuen Genmedizin sind gewaltig, da die Versprechungen der Stammzellmediziner im Bereich des Möglichen liegen. Mit den Wunderzellen sollen lebensbedrohliche Krankheiten wie Herzinfarkt oder Diabetes geheilt und zerstörtes Körpergewebe wieder regeneriert werden. Erste Erfolge bei Tierversuchen nähren die Aussicht auf diese medizinische Revolution. Doch neben den wissenschaftlichen Schwierigkeiten, die es auf diesem Gebiet noch zu überwinden gibt, ist es vor allem der ethische Sprengstoff, den die Forschung mit embryonalen Stammzellen birgt. In Deutschland wird aktuell eine Veränderung der geltenden Rechtslage gefordert, da deutsche Forscher bisher keinen Zugriff auf embryonale Stammzellen haben, die nach den heutigen Qualitätsstandards gewonnen wurden. Eine Änderung der Rechtslage würde allerdings den Schutz menschlicher Embryonen weiter aufweichen.

Joachim Bublath schildert zudem, inwieweit andere Vorstellungen aus der genetischen Wunderwelt überhaupt realisierbar sind. Die oft gepriesene „schöne neue Welt der Gene“ eröffnet scheinbar grenzenlose Möglichkeiten: In futuristischen Utopien werden genetisch manipulierte Delphine oder Affen zu qualifizierten Arbeitskräften verwandelt oder zum Beispiel Vorstellungen von menschlichen Designerbabys mit bestimmten Eigenschaften entwickelt.

Ausrede für ein Premiereabo: The Weather Man, PR1, 20:15 Uhr – 22:00 Uhr

The Weather Man ist ein Glücksfall im Einerlei der jährlichen Hollywood-Produktion. Hochkarätig besetzt, exzellent gefilmt und doch weder seichtes feel-good-movie noch überladenes Spezialeffekt-Feuerwerk. Er erzählt auf ironische, bisweilen bittere, aber niemals zynische Weise von einem Mann, der keinen Respekt vor sich, seinem Beruf, kurz, seinem ganzen Leben hat. Einer der besten amerikanischen Filme des Jahres.

David Spritz arbeitet als Wetterfrosch bei einer lokalen TV-Station in Chicago. Während er beruflich kurz vor dem Sprung zum nationalen Fernsehen nach New York steht, geht sein Privatleben den Bach runter. Die Scheidung von seiner Frau Noreen ist immer noch nicht verkraftet, seine Tochter Shelley leidet an Übergewicht und Lethargie, sein Sohn Mike rebelliert und über allem steht sein Vater Robert, ein erfolgreicher Schriftsteller, den David Zeit seines Lebens beeindrucken wollte, der ihn aber scheinbar nie respektierte.

Der Grund dafür ist der Kern des Films, der sich langsam und subtil entfaltet. Davids größtes Problem ist der fehlende Respekt vor seinem Beruf, seinem Leben. In seinen Augen trägt er nichts zur Gesellschaft bei, führt ein nutzloses Leben, nicht zu vergleichen mit dem künstlerischen Erfolg des mit dem Pulitzer Preis ausgezeichneten Vaters, dem er mit einem furchtbaren Science-Fiction Roman nacheifert. Dass er selber das Aushängeschild seines Senders ist und somit wenig Grund hat, sich schlecht zu fühlen, begreift David nur langsam.

Die große Qualität von Gore Verbinskis Film ist schwer zu erfassen. Vollkommen unspektakulär entwickelt sich die Geschichte, strukturiert von den Versuchen Davids, ein engeres Verhältnis zu seinen Kindern aufzubauen und sich seinem Vater, der erfährt, unheilbar krank zu sein, zu nähern. Weder gibt es Szenen, in denen – wie sonst Hollywood-typisch – die Moral der Geschichte auf den Punkt gebracht wird, noch hat sich Davids Leben am Ende fundamental verändert. Man verfolgt Davids Versuche, mit sich ins Reine zu kommen, schmunzelt über die selbstironischen Kommentare und muss aufpassen, dass der Kern des Films nicht an einem vorbeigeht. Denn unter der scheinbar glatten Fassade lässt sich eine erstaunlich kritische Analyse des amerikanischen Traums feststellen, die fast schon als Dekonstruktion des American Way of Lifes zu begreifen ist.

Anmerkung des Bildschirmarbeiters: Ich besitze die DVD. Fantastischer Film, großartige Besetzung!

Cineastendoku: Hedy Lamarr – Geheimnisse eines Hollywood-Stars, 3sat, 22:25 Uhr – 23:50 Uhr (Hier gratis aufzeichnen)

Hedy Lamarr war eine der größten Hollywood-Diven, aber erlebte später einen tiefen persönlichen Abstieg. Und sie war eine intelligente Frau, die eine militärische Erfindung machte: eine Fernsteuerung von U-Boot-Torpedos …- Ein unterhaltsames, spannendes Dokumentarfilm-Porträt der Regie-Brüder Donatello und Fosco Dubini.

Wie Marlene Dietrich, Greta Garbo und Ava Gardner steht Hedy Lamarr für das große amerikanische Kino der 1940er Jahre. Doch ihr Name ist auch mit einer wichtigen militärischen Erfindung verbunden: mit einer Fernsteuerung von U-Boot-Torpedos („Frequency Hopping“), die heute Bestandteil drahtloser Telekommunikation ist. Die 1914 in Wien geborene Schauspielerin Hedwig Maria Kiesler wurde durch ihre laszive Rolle in dem tschechoslowakischen Film „Extase“ bekannt, floh 1937 nach Amerika und wurde dort sofort von Louis B. Mayer entdeckt. Unter dem glamourösen Pseudonym Hedy Lamarr startete sie eine kometenhafte Karriere in über 25 Hollywoodfilmen. Dabei kontrollierte Metro-Goldwyn-Mayer ihr Bild in der Öffentlichkeit und inszenierte sie als Leinwandgöttin, später als Sexbombe.

Um die Aufnahmelinks zu verwenden, müssen Sie sich erst beim exorbitant praktischen Onlinetvrecorder registrieren, wenn Sie dafür diesen Link verwenden, erhalte ich „Goodwillpunkte“, mit denen das noch komfortabler geht – was mir die Arbeit hier erleichtert.

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