Die WELT: „Der Sparkurs der BBC verunsichert die Briten“

Die WELT schreibt:

Die BBC gilt als das weltweite Aushängeschild des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Nun muss die bislang üppig ausgestattete Senderkette plötzlich sparen und erstmals massiv Personal abbauen. Das rüttelt am britischen Selbstverständnis.
Der von der Presse „Crowngate“ getaufte Skandal ist der vorläufige Höhepunkt in einer Kette von Schlampereien, in die sich die „Corporation“ seit der Jahrtausendwende verstrickt hat. Er gipfelt jetzt darin, dass der bislang königlich ausgestattete Sender rund zehn Prozent seines Personals entlassen will und Millionen einsparen muss. BBC landet unsanft in der europäischen Medienwirklichkeit.
Das kam mit langem Anlauf: Nach Ausbruch des Irakkriegs und dem Selbstmord eines britischen Waffeninspekteurs hatte der Sender die Regierung von Premierminister Tony Blair beschuldigt, ein kriegsentscheidendes Dossier aufgebauscht zu haben. Ein von der Regierung beauftragter Richter kam aber nach einer langwierigen Untersuchung zu dem Ergebnis, dass es die BBC war, die es mit der journalistischen Sorgfaltspflicht nicht so genau genommen habe.
[…]
Vor einem Jahr wurde schließlich bekannt, dass auch die BBC in den Skandal um getürkte Abstimmungen bei Fernsehgewinnspielen verwickelt war. Nicht nur die meisten Privatsender haben ihre Zuschauer mit gefälschten Ergebnissen betrogen und um die Telefongebühren geprellt. Auch die BBC bediente sich dieser Praktiken.
Diese Skandale und Skandälchen hätten vermutlich niemanden aufgeregt, wenn sich der öffentlich-rechtliche Sender nicht von seinen Zuschauern und Zuhörern fürstlich bezahlen ließe. Jeder Haushalt mit Farbfernseher muss pro Jahr 135,50 Pfund (194 Euro) Gebühren zahlen. Entsprechend fällt der Jahresetat mit drei Mrd. Pfund (4,3 Mrd. Euro) üppig aus. Im weltweiten Vergleich lassen sich nur noch die Deutschen ihre beiden öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF ähnlich viel Geld kosten. Dagegen muss das US-Pendant PBS mit weniger als 500 Mio. Dollar (348 Mio. Euro) auskommen.

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